Panama,  Reisetagebuch

Ein Kinderbuch, ein Kanal, ein Finanzskandal? Oder: Mit dem Auto durch Panama

Panama also. Eigentlich habe ich mir fest vorgenommen, auf eine Janosch-Anspielung zu verzichten – sie ist so offensichtlich und in ausnahmslos jedem Reisebericht über das kleine Land in Mittelamerika zu finden. Vermutlich, weil zu viel Wahrheit in den wenigen Worten steckt. Auch wenn Tiger und Bär am Ende nie wirklich in Panama gewesen sind, bin ich mir sicher, dass Janosch es schon 1978 gewusst hat. Bei uns musste es erst 2025 werden (naja, er ist auch 1931 geboren), aber heute können wir sagen: Panama, du bist wahrlich schön.

Mit nicht einmal 4,5 Millionen Einwohner*innen ist Panama im Vergleich zu dem, was wir so gewohnt sind, nicht gerade bevölkerungsreich. In Mittelamerika steht es größentechnisch allerdings ganz gut da. Mittelamerika – wo ist das eigentlich? Und welche Länder gehören dazu? Kurz gesagt: Mittelamerika (auch „Zentralamerika“) liegt – oh Wunder – zwischen Nord- und Südamerika. Auf der Landkarte ist Panama als schmaler Streifen zu sehen (entlang der schmalsten Stelle verläuft dabei der wohl berühmteste Kanal der Welt), der an Kolumbien und Costa Rica grenzt. Neben Panama und Costa Rico gehören Belize, Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua zu Mittelamerika. Außerdem die karibischen Inseln wie Kuba, Jamaika und die Dominikanische Republik. Im Norden grenzt Panama an das karibische Meer, im Süden an den Pazifischen Ozean. Soweit die Fakten.

Neben der herausragenden Rolle in einem deutschen Kinderbuch, einem ziemlich berühmten Kanal und wahrscheinlich fast genauso berühmten Papers, hat Panama in meinen Augen vor allem eines zu bieten: Atemberaubende Natur. Wir haben dichten Dschungel gesehen, trockene Graslandschaften, eine beeindruckende Unterwasserwelt, schroffe Felsen und wunderschöne Strände mit schäumenden Wellen. Und noch besser: Wunderschöne Tiere. Man geht davon aus, dass in dem kleinen Land rund zehn Prozent aller weltweit bekannten Vogelarten vorkommen. Wie verrückt ist das denn? Panama ist unglaublich vielseitig, es gibt jede Menge zu entdecken – und das alles auf einer Fläche, die gerade einmal ein Fünftel so groß ist wie die Deutschlands.

Unsere Route durch Panama

Insgesamt waren wir fünf Wochen in Panama unterwegs, von Anfang Februar bis Mitte März. Dabei haben wir sieben verschiedene Orte besucht – begonnen und beendet haben wir die Reise in Panama Stadt, wie vermutlich die meisten. Unsere Route sah wie folgt aus:

  • Panama Stadt
  • Valle de Anton
  • Santa Catalina
  • Boquete
  • Bocas del Toro
  • Hornito
  • Santa Fé
  • Panama Stadt

Panama Stadt ist der östlichste Punkt unserer Reise, die uns zunächst in den Süden, dann in den Westen und dann wieder zurück geführt hat. Wir wollten in Panama in all seinen Facetten erleben – mit Stadt, Strand und Meer, Bergen und Wanderwegen und natürlich unbedingt mit viel, viel Natur. Der Plan ist aufgegangen: Wir haben Wolkenkratzer bestaunt, sind auf Wellen geritten (mal besser, mal schlechter), haben einen Vulkan (zu drei Vierteln) bestiegen, haben fürchterlich geschwitzt, aber auch ziemlich gefroren, haben den schönsten Sonnenaufgang miterlebt, frisches Obst gegessen, Faultiere in freier Wildbahn beobachtet, haben uns vor viel zu vielen Kakerlaken (la Cucarachas) geekelt, in einem Wasserfall gebadet, sind von Brüllaffen geweckt worden, haben Kaffee geröstet, einen Strafzettel bekommen, hatten die beste Aussicht, wurden zum Geburtstagkuchen eingeladen, haben staubige Straßen befahren, Orangen geerntet und einen Walhai gesehen. Ich sagte es ja schon: Panama ist unglaublich vielseitig. Und die Locals wahnsinnig interessiert, auch wenn sie auf mich manchmal zunächst etwas distanziert, vielleicht sogar schroff, wirken.

Mit dem Mietwagen durch Panama

Bestritten haben wir die Route mit einem Mietwagen, was problemlos funktioniert hat – genauer gesagt mit einem nagelneuen Toyota Corola Cross. Den haben wir über Booking.com gemietet, der Anbieter hieß „Dollar“, der später aber in „Automarket“ umfirmiert hatte. Die Abholung verlief super unkompliziert – wir mussten ein paar Minuten warten, etwas Papierkram erledigen und schon hatten wir den Schlüssel für unser Auto, der weniger als 500 Kilometer auf der Uhr hatte. Zurückgegeben haben wir das Auto übrigens mit einer kleinen Schramme. Jemand muss unsere Seite gestreift haben, während wir auf einem Parkplatz standen. Es gab keine Probleme bei der Rückgabe – wir mussten rund 200 Euro dafür bezahlen, die wir über die Versicherung von Booking.com in kurzer Zeit erstattet bekommen haben. Was außerdem wichtig zu wissen ist: Man muss – zumindest war das bei uns so und wir haben das auch öfters gehört – das Auto in dem Zustand zurückgeben, in dem man es bekommen hat. Und damit ist wirklich alles gemeint, auch die Sauberkeit. Wir wollten das Auto ungeputzt zurückgeben und wurden wieder weggeschickt. In Panama gibt es viele Waschstraßen, die sehr umfangreiche Reinigungen anbieten. Ganz in der Nähe unserer Automarket-Filiale war eine solche Waschstraße. Wir haben sehr günstige 15 Dollar bezahlt und das Auto war blitzeblank.

Auf den Straßen Panamas

Es gab überall ausreichend Parkplätze, egal ob an Ausflugszielen oder in den Ortschaften selbst. Und: Wir haben uns immer sicher gefühlt. Einzig der Verkehr in Panama Stadt war wild und die eine oder andere Schotterpiste hat unsere Konzentration gefordert, aber das war machbar. Denn einen Großteil der Zeit waren wir auf der gut ausgebauten Panamericana unterwegs – sie gilt als größtes zusammenhängendes Straßennetz der Welt und verbindet den gesamten amerikanischen Kontinent. Im Grunde führte uns jeder Weg zurück auf die Panamericana, von wo aus dann kleinere Wege oder Landstraßen abzweigten, die uns zu unseren Zielorten brachten. Der Verkehr auf der großen Straße war völlig in Ordnung – keiner drängelte oder raste besonders. Was daran liegen könnte, dass es auf der kompletten Panamericana Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt, meist zwischen 80 und 100 km/h. Auf dem Highway hat es eigentlich niemanden interessiert, wie schnell wir unterwegs waren. Bist du zu langsam, wirst du eben überholt. Außerdem gibt es immer wieder Speedbumps, teilweise auch mitten im Nirgendwo, die ohnehin dafür sorgen, dass man runterbremsen muss.

An einigen Stellen liegen kleinere Dörfer sogar unmittelbar neben der Autobahn – also wirklich unmittelbar. Straße – zwei Meter Grünstreifen – Wohnhaus. Wobei das Wohnhaus oft eher eine Wohnhütte war, teilweise überzogen von einer bräunlichen Staubschicht. In diesen Bereichen, in denen Orte direkt an die Autobahn angrenzen, lag das Tempolimit immer wieder auch bei 60 km/h. Und das hält man besser auch ein, denn die Polizei kontrolliert regelmäßig, teilweise auch unbemerkt. Ich muss gestehen: Für uns gab’s einen Strafzettel. Nicht per Blitzer, sondern händisch per Laserpistole gemessen. Nutzt man Google Maps für die Fahrt, warnt die Frau in Navi recht häufig vor Polizist*innen am Straßenrand – immer gemeldet von anderen Nutzer*innen.

Handelt euch besser keinen Strafzettel ein, denn den kann man ausschließlich in Panama Stadt bezahlen. Und oft dauert es zwei bis vier Wochen, bis er überhaupt im System hinterlegt ist. Dann seid ihr im Zweifel schon längst nicht mehr im Land. Wir konnten das zum Glück über unseren Mietwagenanbieter abwickeln.

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